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Harfenklänge mal ganz anders
Der „Jazzclub Neustadt" informiert über sein Programm im ersten Quartal 2011 - Stars loben gute Atmosphäre im Steinhäuser Hof (von Hans Kraus)



Neustadt. Mehr als 30 Konzerte hat der „Jazzclub Neustadt" auf seiner Bühne im „Steinhäuser Hof" im vergangenen Jahr veranstaltet. 2011 will er diese stolze Zahl sogar überbieten. Noch stehen nicht alle Programmpunkte und Termine fest, aber nach Aussage des Vorsitzenden Hanno Rinck haben ihn inzwischen Anfragen von weltweit bekannten Musikern erreicht, denen von Kollegen, die hier schon einmal aufgetreten sind, von der angenehmen Arbeitsatmosphäre berichtet wurde und die nun selbst gerne in Neustadt gastieren möchten.

Zu ihnen gehört auch die brasilianische Harfenistin und Sängerin Cristina Braga, die zusammen mit dem Gitarristen und Bassisten Ricardo Medeiros am 15. Januar die neue Konzertsaison eröffnen wird. Braga bezeichnet ihre Musik als „HarpaBossaJazz", und so heißt auch ihre aktuelle CD. Das Mitglied des Sinfonie-Orchesters Rio de Janeiro ist ständig darum bemüht, die Harfe nicht nur wie gewohnt im klassischen Bereich einzusetzen, sondern auch in Jazz- und Populärmusik zu etablieren. So spielte sie beispielsweise im Jahr 2008 zusammen mit den Gitarristen Andy Summers („The Police") und Roberto Menescal die DVD „United Kingdom of Ipanema" ein. Regelmäßig tourt sie neben ihren klassischen Engagements, entweder in Duo- oder Trio-Besetzung um die Welt. Im Frühjahr ist jetzt Europa dran, und eine Woche nach ihren Auftritten in Paris wird sie dann auch in Neustadt zu Gast sein.

Modern Jazz mit indischem Einschlag verspricht das „Carl Clements Quartett" für den 10. Februar. Clements, der einen Doktortitel im Bereich Ethnomusik trägt, ist nicht nur ein hervorragender Jazz-Saxophonist, sondern auch ein Virtuose auf der Bansuri, der indischen Flöte. Der New Yorker mischt in seinen Kompositionen weltmusikalische Inspiration mit modernem westlichem Jazz und versteht es, damit eine Brücke zwischen zwei auf den ersten Blick sehr unterschiedlich erscheinenden Kulturen zu bauen, die aber bei genauerem Hinsehen doch die gemeinsame Liebe zur Musik verbindet. In Neustadt lässt er sich dabei von Johannes Schädlich am Bass, Jean-Yves Jung am Klavier und Jens Biehl am Schlagzeug begleiten.

Eine Sängerin, die schon dem Bundesjugendjazzorchester unter der Leitung des im März verstorbenen Peter Herbolzheimer ihre Stimme verlieh, die als regelmäßiger Gast der Big Band des Hessischen Rundfunks und des „Frankfurt Jazz Trios" zu hören war und die besonders als Teil des Duos „Anyone" auffällig wurde, kann der Jazzclub dann am 18. Februar zusammen mit dem Gitarristen und Soundtüftler Christian Eckert willkommen heißen: Eva Mayerhofer. Die Heidelbergerin begann ihre Karriere zunächst als Pianistin, bevor sie ihre eigentliche Liebe, den Gesang entdeckte. Ihr musikalischer Begleiter Christian Eckert studierte in New York, spielte dort mit dem Dizzy Gillespie-Pianisten Ray Bryant, und war außerdem gefragter Sessionmusiker in allen einschlägigen Jazzclubs Manhattans. Auch heute noch liebt es der Ausnahmegitarrist, ungeprobt mit anderen Musikern auf die Bühne zu gehen und frei zu improvisieren, weshalb er auch schon einmal Gast bei den Jazzsessions im Steinhäuser Hof war, zu denen der Neustadter Schlagzeuger Florian Alexandru-Zorn auch in diesem Jahr wieder jeden letzten Donnerstag im Monat einlädt, und bei denen Musiker, egal, welchen Alters sie sind und welches Instrument sie spielen, jederzeit auch ohne Voranmeldung mitmachen können. Publikum ist stets willkommen.

Im Vorjahr absolvierte die britische Singer/Songwriterin Jem Cooke ihren Antrittsbesuch in Deutschland. Ihr allererstes Konzert gab sie dabei im Steinhäuser Hof. Die Newcomerin sang und spielte sich dabei schnell in die Herzen ihrer Zuhörer und konnte sich mit ihren poppigen Songs eine Menge neuer Freunde schaffen. Inzwischen ist fast ein dreiviertel Jahr vergangen, und es ist viel passiert seither. Cooke arbeitet gerade an einem neuen Album, und hatte einen Auftritt auf Einladung von Prinz Charles bei dessen Charity-Gartenparty im letzten Sommer. Im Februar und März ist sie nun erneut auf Tour durch Süddeutschland und lässt es sich nicht nehmen auch dem Neustadter Jazzclub ihre Aufwartung zu machen. Am 5. März wird sie hier wieder mit neuen Songs auf der Bühne stehen.

Zum Abschluss des ersten Quartals 2011 ist dann ebenfalls wieder ein alter Bekannter zu Gast im Steinhäuser Hof: Lorenzo Petrocca mit seinem Trio, neben ihm bestehend aus seinem Bruder Antonio am Schlagzeug und Wolfgang Möricke, nach eigenem Bekunden direkter Nachfahre des Lyrikers Eduard Möricke, am Bass. Der 47-Jährige in Italien geborene ehemalige württembergische Boxmeister Lorenzo lebt seit 1979 in Deutschland, erlernte das Gitarrenspiel erst mit 18 Jahren, wurde aber mit viel Fleiß, Talent und Disziplin schnell zum gefragten Sideman verschiedenster namhafter Jazzmusiker. In Neustadt war der Spitzengitarrist, dessen Stil sich am ehesten dem Bebop und Mainstream zuordnen lässt, zuletzt im November zu erleben, wo er mit seinen Begleitern einen hervorragenden Eindruck hinterließ.

Termine
  • Samstag, 15. Januar: Cristina Braga Duo
  • Donnerstag, 10. Februar: Carl Clements Quartet
  • Freitag, 18. Februar: Eva Mayerhofer und Christian Stockert
  • Samstag, 5. März: Jem Cooke
  • Freitag, 18. März: Lorenzo Petrocca Trio


Jeden letzten Donnerstag im Monat offene Jazz Sessions

Beginn der Veranstaltungen ist jeweils um 20.30 Uhr. Kartenreservierungen im Clublokal „Steinhäuser Hof", Telefon 06321/489060, oder unter www.jazzclub-neustadt.de.

Vereinsmitglieder erhalten zu den Konzerten freien oder ermäßigten Eintritt.


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